Die Geschichte

Kreuz der Kapelle in Rackenthal

Geschichte der Gaisthaler Kirche und der Expositur

Die Kirche von Gaisthal wurde nach den Wirren des 30-jährigen Krieges im Jahre 1660 erbaut. Sie hatte damals etwa zwei Drittel ihrer heutigen Größe, nachdem die  Vorgängerkirche von Panduren und Kroaten zerstört worden war. Diese erste Kirche von Gaisthal hatte mitsamt einem Friedhof etwa 80 Meter weiter nördlich des heutigen Standorts gelegen.

Die Kirche von Gaisthal wird 1843-44 beschrieben als „Katholische Kirche St. Laurentius, Nebenkirche der Pfarrei Oberviechtach“.
Es handelt sich um einen Barockbau mit eingezogenem gewölbten Chor und einem Kirchenschiff mit Flachdecke.
Auf dem Dach sitzt ein Dachreiter mit Birnkuppel.
Das Hochaltarbild stellt den heiligen St. Laurentius auf einer Wolke dar. Die Kanzel ist der Spätrenaissance zuzurechnen.
Einer der Glocken, die heutige Sterbeglocke, stammt aus dem 14. Jahrhundert mit der Inschrift „AVE MARIA GRACIA PLENA TOMINUS TEO“.

Die Pfarrei Gaisthal hat eine bewegte Geschichte.
Anfang des 19. Jahrhunderts (1813) sollte die Kirche bereits abgerissen und das Material für den Schulhausneubau in Oberviechtach verwendet werden. Daraufhin veranlassten Gaisthaler Gemeindevertreter die Versteigerung über den Herrschaftsrichter in Winklarn bzw. den Grafen von Eckart. Somit konnten die Gaisthaler ihre Kirche zum Preis von 340 Gulden ersteigern.

Eine eigene Expositur wurde dann im Jahre 1882 errichtet. Bis dahin war die Kirchengemeinde Gaisthal geteilt in Zuständigkeitsbereiche der Pfarrämter  Oberviechtach und Schönsee. Somit fiel nun der Expositurbezirk mit der politischen Gemeinde Schönsee zusammen.

Im Jahre 1880 wurde ein neuer Friedhof angelegt und neben der Kirche ein Pfarrhof erbaut. 1884 erfolgte schließlich die Anschaffung einer damals neuen Orgel mit 7 Registern. Es folgten zum Ende des 19. Jahrhunderts ein neuer Hochaltar und zwei Seitenaltäre von den Bildhauern Gebrüder Prechtl aus Stadtamhof.

Erweiterung 1921 und neue Glocken nach 1945

Die anwachsende Kirchengemeinde bewirkte Anbaumaßnahmen an die damalige Kirche. So wurde im Jahr 1921 die Kirche um eine Achse nach Westen erweitert und erhielt so ihre heutige Größe. Hinzukamen ein neuer Dachreiter und der Anbau einer kleinen Sakristei an der Südseite.
Die Leistungen trugen die Gaisthaler selbst, sei es durch erhebliche Eigenleistung und mit finanziellen Gaben.

Nach dem 2. Weltkrieg wurden zwei neue Glocken angeschafft. 
Die alten Glocken waren seinerzeit vielerorts zwangseingezogen, abgebaut und für die Kriegsindustrie verwertet worden.
Die erste neue Glocke trug fortan die Inschrift „LAURENTIUS HEISS ICH, DEN HERRN PREIS ICH“, sie hat ein Gewicht von 175 kg.
Die zweite neue Glocke wiegt 85 kg mit der Inschrift „MARIA MIT DEM KINDE LIEB, UNS ALLEN DEINEN SEGEN GIB“.
Feierliche Segnung der Glocken war im Mai 1949.

Maßnahmen seit 1970

Die wichtigsten Maßnahmen neben dem normalen jährlichen Bauunterhalt seit 1970 waren die Anschaffung einer neuen Orgel im Jahr 1970 sowie 1981 eines Volksaltares.
Es folgten die Innenrenovierung der Kirche in 1985, die Renovierung des Pfarrhofs außen und innen von 1989 bis 1990, die Sanierung der gesamten Dachkonstruktion einschließlich der  Außenrenovierung der Kirche von 1992 bis 1993.

Der Neubau und die Erweiterung der Sakristei wurden mit der feierlichen Segnung zum Pfingstfest 2011 feierlich übergeben und abgeschlossen.

Aktivitäten im Miteinander

Die Expositurgemeinde Gaisthal zählt insgesamt etwa 350 Katholiken. Pro Woche findet ein Sonntags- bzw. im 14-tägigen Wechsel ein Vorabendgottesdienst am Samstagabend statt.
Hinzukommen Abendmessen am Mittwoch oder alternativ 14-tägig eine Schülermesse statt, welche inhaltlich und musikalisch für die Kinder ausgerichtet ist.
Zur Expositur Gaisthal zählen auch die Ortschaften und Weiler bzw. Einöden Rackenthal sowie der Gaisthaler Hammer und das Rosenthal mit ca. 70 Katholiken.
Die kleine Pfarrgemeinde erfreut sich einer großen Zahl von Aktiven, sei es im Bereich der Vereine sowie der im kirchlichen wie gesellschaftlichen Bereich agierenden Mitmenschen. Ausbildung an Musikinstrumenten  und gemeinsames Singen haben Tradition, so dass auch die Kirchengemeinde aus den musikalischen Fähigkeiten und Ambitionen schöpft.
Sämtliche Generationen übernehmen Aufgaben und helfen bei der Gestaltung von Gottesdienste wie auch Andachten. Das Miteinander prägt und fördert das Leben in der Gemeinschaft.

Aufgestellt, Gaisthal, den 21. Juli 2013

Elisabeth Bücherl-Beer

 

Quellen:

Festschrift „Freiwillige Feuerwehr Gaisthal, 125-jähriges Gründungsfest, Juli 1995“