Kreuz der Kapelle in Rackenthal

Kapelle in Rackenthal St. Maria Immaculata und der Gute Hirte

 

 

22.04.2006                   Ausräumen der alten Kapelle

29.04.2006                   Abbruch Dachstuhl

13.05.2006                   Abbruch der alten Kapelle und Aushub der Baugrube

26.05.2006                   Baubeginn für die neue Kapelle

27.05.2006                   Errichten der Fundamente

03.06.2006                   Bodenplatte

10.06.2006                   Aufmauern der Wände

17.06.2006                   Aufmauern des Glockenturms

06.07.2006                   Richtfest

29.07.2006                   Dachdecken der neuen Kapelle

05.08.2006                   Aufsetzen der Turmspitze

2006 -2008                   Ausbau außen und innen, Renovierung des alten Altares

                                   Farbverglasung, Außenanlagen

18.05.2008                   Einweihung der neuen Kapelle

 

 

Mit der feierlichen Weihe der Kapelle durch Herrn Stadtpfarrer Wolfgang Dietz hat die Dorfgemeinschaft von Rackenthal wieder eine Kapelle mitten im Dorf. Die Initiative ist dem ehemaligen und langjährigen Stadtpfarrer von Schönsee, Herrn Pfarrer Anton Witt, und letztendlich der tatkräftigen Unterstützung der Bevölkerung und vieler Gönner zu verdanken.

 

Die Kapelle heißt „St Maria Immaculata und der Gute Hirte“. Sie ist nach der Altarmadonna aus der alten Kapelle und nach dem Psalm 23 benannt. Die Madonna ist eine sog. „Maria Immaculata“, welche die „unbefleckt Empfangene“ und die Mutter Gottes darstellt, die den Kopf der Schlange und somit das Böse zertritt. Der Psalm 23 aus dem Buch der Psalmen, ein Psalm Davids, ist überschrieben mit „Der Gute Hirte“ und in den Fensterbildern dargestellt. Der Psalm spricht den Menschen an und möchte ihm Zuversicht, Gelassenheit und Ruhe in allen Lebenslagen geben.

 

„Die kleine Kapelle“, wie sie im „Kapellenlied“ besungen wird, will jeden einladen hereinzukommen. Dieser gestaltete Ort ist das einmalige Gemeinschaftswerk der Bevölkerung von Rackenthal und den Helfern aus Gaisthal und der ganzen Umgebung. Große Unterstützung hat der Bau dieser Kapelle durch viele Freunde und Gönner erhalten, die ihre handwerkliche Leistung eingebracht und zur finanziellen Unterstützung beigetragen haben.

 

Die Kirchenstiftung Gaisthal hat durch einen großzügigen Zuschuss den Startschuss gegeben und hat den Bau der Kapelle immer wohlwollend unterstützt. 40 Prozent der Bauausgaben wurden durch die Kirchenstiftung Gaisthal finanziert. Die Stadt Schönsee ist Eigentümerin und hat die Gründung des Vereins mitinitiiert sowie weitere wichtige finanzielle Zuschüsse gewährt.

 

Ohne finanzielle Hilfe von außen hätte das Projekt nicht verwirklicht werden können. Ohne Reinhard Bauer, dem Vorsitzenden des Kapellenbauvereins, wäre nichts bewegt worden, was in so kurzer Zeit – in nur zwei Jahren – geschehen ist. Die gesamte Organisation und Bauleitung lag in den Händen des Vorstands des Kapellenbauvereins. Ohne die tatkräftige Unterstützung der arbeitenden Zunft, allen voran des Gaisthalers Audi Lurbiecki, der beauftragten und der freiwilligen Handwerker und Helfer vor Ort wäre kein Stein auf den anderen gesetzt worden. Insgesamt wurden mindestens 1800 freiwillige Stunden von  Helfern aller Sparten geleistet.

 

Bei der Gestaltung der Kapelle war der sparsame Einsatz finanzieller Mittel wichtig, die Spenden und freiwilligen Aktionen haben letztendlich die Akzente gesetzt. So sind die Farbgläser der Fenster mit dem Thema „Der Gute Hirte“ aus dem „Buch der Psalmen, Psalm 23“ ein Geschenk mit Farbglas- und Gravurarbeit von Weinfurtner Glasdorf Arnbruck. Das Konzept zur Gestaltung dieser Farbverglasung hat Architektin Elisabeth Bücherl-Beer entworfen. Die neue Glocke und das elektrische Geläut für die Kapelle sind das Ergebnis einer Spende des Rackenthalers Ludwig Biegerl. Sie läutet, wie es im Kapellenlied heißt, „hell und klar“ – gestimmt ist sie in B-DUR. Die Kreuzwegbilder in den alten, renovierten Rahmen sind neu. Sie stammen aus der Feder der Oberviechtacherin mit Gaisthaler Bezug  Rosa Maria Beer und zeigen in 14 Stationen Gesichtsausdrücke Jesu zur Leidensgeschichte. Einrichtung und Ausstattung sind zum Teil neu oder stammen aus der alten Kapelle. Ralph und Siegfried Dietz haben sich hier besonders angenommen und alle ihre Leistungen, darunter die Vergoldungen,  geschenkt. Wo zusätzlicher Fachverstand notwendig war und die Leistung nicht mehr ehrenamtlich erbracht werden konnte, wurde entsprechend an einheimische Firmen beauftragt.

 

Das Gesamtprojekt Kapelle Rackenthal ist besonders gelungen, weil es ein großes Gemeinschaftswerk vornehmlich von Rackenthalern unter Mithilfe von Gaisthalern und Menschen und Firmen aus der Region war, die mit freiwilligen Leistungen und Spenden so manche finanzielle Lücke ausgeglichen haben.

 

„Komm, Herr, und zieh in diese Räume ein, sie sollen Dir verfügbar sein“. Unter diesem Leitsatz ist die Weihe der neuen Kapelle am 18. Mai 2008 eingeleitet worden. Dieses Haus erinnert heute immer wieder die Menschen an den Gemeinschaftsgeist untereinander und ermuntert geradezu dazu. Regelmäßig finden hier Andachten statt, sei es Rosenkranzmeditationen oder wie am jeweils am letzten Freitag eines jeden Monats das „Abendgebet in der Kapelle“. Es hat mittlerweile Tradition und erfreut sich einer treuen Schar von Menschen mit einem Bedürfnis nach Entschleunigung. Die Kapelle lädt aber auch Wandernde, Spaziergänger wie Dorfbewohner nur zum Verweilen ein und ist ein Ort der Kontemplation geworden. Mit Gottes gutem Segen können hier Leben, Wort, Musik und ein stets offener Geist wohnen.